Allgemeine Geschäftsbedingungen

Annemarie Andersen – freie Sachverständige für Sprachdienstleistungen
Stand: Juni 2026

§ 1 Geltungsbereich

Diese AGB gelten für alle Verträge zwischen Annemarie Andersen, freiberufliche Sprachdienstleisterin (nachfolgend „Auftragnehmerin“), und dem jeweiligen Auftraggeber (nachfolgend „Kunde“) über sprachliche Dienstleistungen wie Leichte Sprache, Einfache Sprache, Lektorat, Korrektorat, Übersetzungen, Entbürokratisierung und KI-Qualitätssicherung.

Entgegenstehende oder abweichende Bedingungen des Kunden werden nicht anerkannt, es sei denn, die Auftragnehmerin stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.

§ 2 Vertragsabschluss

Ein Vertrag kommt zustande, wenn der Kunde ein Angebot in Textform annimmt, den Ausgangstext nach Angebotsannahme zusendet oder den Projektbeginn ausdrücklich bestätigt. Die im Angebot genannte Bearbeitungszeit beginnt ab dem tatsächlichen Projektbeginn.

§ 3 Leistungsumfang

Der Leistungsumfang ergibt sich aus der jeweiligen Auftragsbestätigung oder dem Angebot. Die Auftragnehmerin erbringt ausschließlich sprachliche Dienstleistungen. Soweit nicht ausdrücklich vereinbart, gehören insbesondere nicht zum Leistungsumfang:

  • die inhaltliche oder fachliche Prüfung der Ausgangstexte über die vereinbarte sprachliche Bearbeitung hinaus,
  • die Bereitstellung von Prüfgruppen für Leichte Sprache,
  • die Bereitstellung von Bildern, Grafiken oder Illustrationen,
  • die technische Umsetzung (Webentwicklung, Layout, technische Barrierefreiheit),
  • die rechtliche Prüfung von Texten.

§ 4 Pflichten des Kunden

Der Kunde stellt sicher, dass:

  • die bereitgestellten Ausgangstexte inhaltlich korrekt und vollständig sind,
  • alle für die Bearbeitung notwendigen Informationen rechtzeitig bereitgestellt werden,
  • bei Leichte-Sprache-Aufträgen die Prüfung durch die Zielgruppe eigenverantwortlich organisiert wird, sofern sie nicht ausdrücklich Teil des Angebots ist,
  • bei Übersetzungen die Richtigkeit fachspezifischer Terminologie im Ausgangstext gewährleistet ist,
  • er die erforderlichen Urheberrechte am Ausgangstext besitzt oder eine Bearbeitungserlaubnis hat.

Verzögerungen durch fehlende oder fehlerhafte Zulieferungen gehen zulasten des Kunden.

§ 5 Inhaltliche Verantwortung

Die Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit, fachliche Korrektheit und rechtliche Zulässigkeit der Ausgangstexte liegt beim Kunden. Die Auftragnehmerin bearbeitet Texte sprachlich und im vereinbarten Umfang strukturell oder redaktionell. Eine fachliche, medizinische, steuerliche oder rechtliche Prüfung erfolgt nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart ist; Rechtsberatung wird nicht erbracht.

Bei Erstellung oder Bearbeitung rechtlicher oder rechtsnaher Dokumente übernimmt die Auftragnehmerin keine Gewähr für deren rechtliche Wirksamkeit, Vollständigkeit oder Rechtssicherheit. Die Verantwortung für eine anwaltliche Prüfung bei Bedarf liegt beim Kunden.

§ 6 Korrekturrunden

Eine Korrekturrunde ist im Honorar enthalten, sofern im Angebot nicht anders angegeben. Sie umfasst alle Änderungswünsche, die der Kunde gesammelt in einem Durchgang übermittelt.

Änderungswünsche sind innerhalb von 14 Kalendertagen nach Lieferung in Textform mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist gilt der Text als freigegeben, soweit keine gesetzlichen Rechte entgegenstehen.

Eine Korrekturrunde umfasst Anpassungen am gelieferten Text – Umformulierungen, Kürzungen oder Ergänzungen im Rahmen der ursprünglichen Aufgabenstellung. Nicht als Korrektur gelten inhaltliche Neufassungen, Erweiterungen des Auftragsumfangs oder Änderungen durch nachträglich geänderte Vorgaben. Diese werden als Zusatzleistung berechnet.

Jede weitere Korrekturrunde über die im Angebot enthaltene Anzahl hinaus wird nach dem vereinbarten Stundensatz berechnet. Der Mehraufwand wird vorab mitgeteilt.

§ 7 Vergütung und Zahlungsbedingungen

Die Vergütung richtet sich nach dem jeweiligen Angebot. Der Mindestauftragswert beträgt 70 Euro. Liegt der Auftragswert unter diesem Betrag, wird auf 70 Euro aufgerundet. Bei mehreren Aufträgen im selben Monat werden die tatsächlichen Kosten berechnet, sofern diese den Mindestauftragswert übersteigen.

Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen nach Zugang ohne Abzug zahlbar. Bei Aufträgen über 500 Euro netto kann eine Anzahlung von 50 % vereinbart werden.

Bei Zahlungsverzug können Mahnkosten in Höhe von 5 Euro (Verbraucher) bzw. 10 Euro (Unternehmer) pro Mahnung geltend gemacht werden, soweit sie tatsächlich entstanden und gesetzlich zulässig sind. Dem Kunden bleibt der Nachweis eines geringeren Schadens vorbehalten. Verzugszinsen richten sich nach den gesetzlichen Vorschriften.

Die Auftragnehmerin ist als Kleinunternehmerin nach § 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit. In den Rechnungen wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen.

§ 8 Stornierung

Storniert der Kunde nach Angebotsbestätigung, jedoch bevor das Projekt begonnen hat, wird eine Aufwandspauschale von 70 Euro erhoben. Dem Kunden bleibt der Nachweis vorbehalten, dass kein oder ein geringerer Aufwand entstanden ist.

Bei Stornierung während der Durchführung wird die bis dahin erbrachte Leistung entsprechend des tatsächlichen Aufwands abgerechnet.

Bei Stornierung nach Fertigstellung wird die gesamte Leistung in Rechnung gestellt, da die vereinbarte Dienstleistung vollständig erbracht wurde.

§ 9 Eilaufträge

Bei Bearbeitung innerhalb von 48 Stunden, an Wochenenden, während des Urlaubs oder außerhalb der regulären Arbeitszeiten wird ein Eilaufschlag von 25 % auf den vereinbarten Preis erhoben. Der Kunde wird vorab über den Aufschlag informiert und muss ihm zustimmen.

§ 10 Haftung

Die Auftragnehmerin haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet die Auftragnehmerin nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), begrenzt auf den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden.

Im Übrigen ist die Haftung, soweit gesetzlich zulässig, auf die Höhe des jeweiligen Auftragshonorars begrenzt.

Soweit gesetzlich zulässig und soweit keine Haftung nach den vorstehenden Absätzen besteht, haftet die Auftragnehmerin insbesondere nicht für:

  • inhaltliche Fehler, die bereits im Ausgangstext vorhanden waren,
  • Folgeschäden, die aus der Verwendung der bearbeiteten Texte entstehen,
  • Schäden durch die Nichtbeachtung von Hinweisen der Auftragnehmerin,
  • entgangenen Gewinn oder mittelbare Schäden jeglicher Art,
  • die Einhaltung branchenspezifischer Vorschriften oder Compliance-Anforderungen des Kunden,
  • die rechtliche Wirksamkeit, Vollständigkeit oder Rechtssicherheit bearbeiteter Dokumente.

Höhere Gewalt einschließlich technischer Ausfälle und Naturkatastrophen entbindet die Auftragnehmerin von der Verpflichtung zur fristgerechten Leistungserbringung.

§ 11 Reklamation und Nachbesserung

Beanstandungen sind innerhalb von 14 Tagen nach Lieferung in Textform mitzuteilen. Die Auftragnehmerin hat das Recht zur Nachbesserung. Über die Nachbesserung hinausgehende Ansprüche sind ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.

§ 12 Widerrufsrecht

Verbrauchern steht, soweit gesetzlich vorgesehen, ein Widerrufsrecht zu. Die vollständige Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular ist unter Widerrufsbelehrung abrufbar und wird bei Verbraucheraufträgen vor Vertragsabschluss bereitgestellt.

Bei individuell erbrachten Sprachdienstleistungen oder digitalen Lieferungen kann das Widerrufsrecht nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften vorzeitig erlöschen, wenn der Kunde ausdrücklich verlangt, dass mit der Ausführung vor Ablauf der Widerrufsfrist begonnen wird, und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Unternehmern steht kein gesetzliches Widerrufsrecht zu.

§ 13 Urheberrecht und Nutzungsrechte

Mit Zusendung des Ausgangstextes bestätigt der Kunde, dass er die erforderlichen Urheberrechte besitzt oder eine Bearbeitungserlaubnis hat.

Die Nutzungsrechte an den erstellten Texten gehen erst mit vollständiger Bezahlung auf den Kunden über. Bis dahin verbleiben sämtliche Rechte bei der Auftragnehmerin.

§ 14 Vertraulichkeit

Die Auftragnehmerin behandelt alle im Rahmen des Auftrags erhaltenen Informationen vertraulich. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden.

§ 15 Referenznennung

Die Auftragnehmerin darf den Kunden und das Projekt nur mit vorheriger Zustimmung des Kunden als Referenz nennen. Öffentlich bereits bekannte Projekte dürfen sachlich erwähnt werden, soweit keine Vertraulichkeitsinteressen entgegenstehen.

§ 16 Schlussbestimmungen

Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist Gerichtsstand der Sitz der Auftragnehmerin. Gesetzliche Gerichtsstände für Verbraucher bleiben unberührt.

Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle unwirksamer Bestimmungen treten die gesetzlichen Vorschriften.

Änderungen und Ergänzungen dieser AGB bedürfen der Textform und treten mit der nächsten Beauftragung in Kraft.